code of conduct
Dieses Dokument gilt für:
Alle Mitarbeiter*innen (fest und freiberuflich)
Dozierende und Referent*innen
Führungs- und Leitungskräfte
Kooperations-partner*innen
Normative Grundlagen:
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG)
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR, 1948)
Berufskodex Soziale Arbeit (DBSH, 2014) / IFSW Global Definition
Lieferketten-sorgfaltspflichten-gesetz (LkSG)
Allgemeines Gleichbehand-lungsgesetz (AGG)
Hinweisgeber-schutzgesetz (HinSchG)
Präambel
Als Unternehmen im Bereich der Bildungsdienstleistungen für Fachkräfte der Sozialen Arbeit tragen wir eine besondere Verantwortung: Wir gestalten die Qualifikation und Haltung jener Menschen mit, die selbst mit vulnerablen Gruppen arbeiten und gesellschaftliche Verantwortung tragen. Diese Verantwortung beginnt bei uns selbst.
Wir bekennen uns zu einem Unternehmenshandeln, das Menschen in den Mittelpunkt stellt, ökologisch nachhaltig ist und gesellschaftlichen Mehrwert schafft. Wirtschaftlicher Erfolg ist für uns kein Selbstzweck, sondern Mittel zur Verwirklichung unserer Ziele: auf möglichst vielen Ebenen qualitativ hochwertige Angebote zu machen.
Dieser Code of Conduct ist verbindlich für alle, die in unserem Namen handeln. Er ist Ausdruck unserer Unternehmenskultur und unseres Selbstverständnisses.
I. Verantwortung gegenüber Teilnehmenden und Lernenden
1.1 Qualität und Wahrhaftigkeit
Unsere Bildungsangebote sind fachlich fundiert, wissenschaftlich und praxisrelevant. Wir verpflichten uns zu einem hohen Qualitätsanspruch, der regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.
- Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität, Evidenzbasierung und fachliche Korrektheit geprüft.
- Lernziele, Methoden und Qualifikationsnachweise sind transparent kommuniziert und werden eingehalten.
- Marketing und Produktbeschreibungen sind wahrheitsgemäß – keine irreführenden Versprechen.
- Externe Zertifizierungen und Akkreditierungen werden angestrebt und offengelegt.
1.2 Sicherheit, Würdenwahrung und Schutz
In allen Lernumgebungen – präsenz, digital oder hybrid – hat die physische und psychische Sicherheit aller Teilnehmenden höchste Priorität.
- Diskriminierende, herabwürdigende oder grenzüberschreitende Verhaltensweisen werden nicht toleriert.
- Es existieren klare Beschwerde- und Interventionswege für Betroffene; diese sind barrierefrei zugänglich.
- Lernumgebungen sind inklusiv gestaltet – digital, sprachlich und räumlich.
1.3 Datenschutz und Digitale Rechte
- Personenbezogene Daten der Teilnehmenden werden nach DSGVO verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben.
- Lernplattformen und digitale Tools werden auf Datenschutzkonformität geprüft; Teilnehmende werden über deren Einsatz informiert.
- Künstliche Intelligenz wird ethisch verantwortungsvoll eingesetzt.
II. Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden und Dozierenden
2.1 Fairer und respektvoller Umgang
Menschen, die für unser Unternehmen arbeiten, sind unsere wichtigste Ressource. Ihr Wohlergehen, ihre professionelle Entwicklung und ihre Würde haben für uns hohe Priorität.
- Alle Mitarbeitenden und Dozierenden – fest angestellt oder freiberuflich – werden fair, respektvoll und gleichwürdig behandelt.
- Diskriminierung, Mobbing, Belästigung oder Machtmissbrauch werden konsequent geahndet (Art. 3 GG, AGG).
- Entgelt ist fair, transparent und zeitgerecht; Lohnuntergrenzen werden eingehalten.
- Freiberufliche Dozierende werden nicht in scheinselbständige Verhältnisse gedrängt.
2.2 Professionelle Entwicklung und Partizipation
- Fort- und Weiterbildung wird aktiv unterstützt – insbesondere zu ethischen, methodischen und gesellschaftlichen Themen.
- Mitarbeitende werden an relevanten Unternehmensentscheidungen beteiligt.
- Feedback- und Beschwerdekultur ist offen; psychologische Sicherheit im Team wird gezielt gefördert.
- Supervision und kollegiale Beratung werden als professionelle Notwendigkeit anerkannt und ermöglicht.
2.3 Hinweisgeberschutz
- Mitarbeitende, die Missstände melden, sind durch das Hinweisgeberschutzgesetz (HinSchG) geschützt.
- Es besteht ein vertraulicher, niedrigschwelliger Meldekanal – intern sowie zu einer externen Vertrauensstelle.
- Repressalien gegen hinweisgebende Personen sind unzulässig und werden konsequent verfolgt.
III. Integrität gegenüber der Profession Soziale Arbeit
3.1 Respekt vor dem Berufsbild
Soziale Arbeit ist eine anerkannte, menschenrechtsbasierte Profession. Wir positionieren uns als Lern- und Entwicklungspartner dieser Profession – weniger als Dienstleister, sondern als Gestaltende in und mit der Praxis.
- Inhalte werden in Zusammenarbeit mit Fachkräften der Sozialen Arbeit entwickelt und mit der Praxis abgestimmt.
- Ethische Komplexitäten des Berufsfelds werden in Bildungsangeboten nicht verschleiert, sondern ausdrücklich thematisiert.
- Wir lehnen Bildungsformate ab, die lediglich Compliance erzeugen, ohne kritisches Denken zu fördern.
3.2 Kooperation mit Berufsverbänden
- Wir suchen aktiv den Austausch mit dem DBSH und anderen Berufsorganisationen.
- Neue Bildungsangebote werden auf Kongruenz mit dem Berufskodex Soziale Arbeit geprüft.
- Wir beteiligen uns an fachpolitischen Diskursen und fördern die Professionalisierung des Feldes.
IV. Ökologische Verantwortung und Klimagerechtigkeit
Ökologische Nachhaltigkeit ist keine optionale Zutat – sie ist Teil unserer ethischen Grundhaltung. Als Bildungsunternehmen haben wir sowohl unmittelbare Umweltauswirkungen als auch einen kulturellen Einfluss: Wir können Nachhaltigkeit als Wert in die Soziale Arbeit hineintragen.
4.1 Klimaziele und CO2-Reduktion
- Präsenzveranstaltungen werden bevorzugt in gut erreichbaren, zentralen Orten angeboten – Reisewege werden minimiert.
- Digitale und hybride Formate werden als klimafreundliche Alternative systematisch ausgebaut.
- Dienstreisen werden priorisiert per Bahn absolviert; Flugreisen nur bei Alternativlosigkeit und mit Kompensation.
- Büro- und Seminarraeume werden auf Energieeffizienz geprüft; Ökostrom wird bezogen.
- Unvermeidbare Emissionen werden durch anerkannte, sozial gerechte Kompensationsprojekte ausgeglichen.
4.2 Ressourcen und Konsum
- Seminarunterlagen werden digital-first bereitgestellt; Druckmaterialien entstehen nur in einem notwendigen Maß.
- Wo Druck notwendig ist werden zertifiziertes Recyclingpapier und ökologische Druckverfahren bevorzugt.
- Hardware und IT-Ausstattung: Langlebigkeit bevorzugt, Reparatur vor Ersatz, fachgerechtes Recycling.
- Einwegplastik wird in Räumen und bei Veranstaltungen eliminiert.
4.3 Nachhaltigkeit im Bildungsinhalt
Als Bildungsunternehmen in der Sozialen Arbeit tragen wir Mitverantwortung dafür, dass Nachhaltigkeitsfragen im Berufsfeld verankert werden.
- In relevante Curricula werden Inhalte zu Klimagerechtigkeit, Umwelt und Sozialer Arbeit integriert.
- Wir beleuchten die Schnittmengen von sozialer Ungleichheit und ökologischer Krise (Klimagerechtigkeit).
- Wir stärken die Kompetenz von Fachkräften, ökologische Themen mit Adressat*innen zu bearbeiten.
4.4 Lieferkette und Beschaffung
- Lieferanten und Dienstleister werden nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählt.
- Sorgfaltspflichten gemäß Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) werden eingehalten und dokumentiert.
V. Gesellschaftliche Verantwortung und Gemeinwohl
5.1 Zugänglichkeit und Inklusion
Bildung für Fachkräfte der Sozialen Arbeit darf kein Privileg sein. Wir streben an, unsere Angebote so zugänglich wie möglich zu gestalten.
- Gestaffelte Preisniveaus für unterschiedliche Traeger- und Beschäftigungsverhältnisse (z. B. Ehrenamt, kleine Vereine, freiberufliche Fachkräfte).
- Fortschreitende barrierefreie Gestaltung digitaler Lernumgebungen nach WCAG-Standards.
5.3 Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
- Wir bekennen uns ausdrücklich zu den Grundwerten des Grundgesetzes und der demokratischen Grundordnung.
- Wir fördern in Bildungsangeboten demokratische Haltungen, kritisches Denken und politische Mündigkeit.
- Extremistische, menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Akteure werden nicht als Kooperationspartner akzeptiert.
VI. Integrität, Compliance und Interessenkonflikte
6.1 Antikorruption und Transparenz
- Jegliche Form von Korruption, Bestechung oder unlauterer Einflussnahme ist untersagt – gegenüber öffentlichen Stellen wie auch gegenüber privaten Akteuren.
- Zuwendungen und Geschenke jeder Art werden nicht angenommen, wenn sie die geschäftliche Entscheidungsfreiheit beeinflussen können.
- Finanziell relevante Beziehungen zu Lieferanten und Kooperationspartnern werden intern offengelegt.
6.2 Interessenkonflikte
- Mitarbeitende und Dozierende legen Interessenkonflikte aktiv und zeitnah offen (z. B. Nebentätigkeiten, persönliche Beziehungen zu Teilnehmenden).
- Interessenkonflikte werden dokumentiert und durch Unbefangenheitsregeln gehandhabt.
- Entscheidungen zu Beauftragungen, Inhalten oder Kooperationen werden nachvollziehbar und diskriminierungsfrei getroffen.
6.3 Qualitätssicherung und Evaluation
- Alle Bildungsangebote werden systematisch evaluiert – durch Teilnehmendenrückmeldungen und Selbstevaluation.
- Evaluationsergebnisse werden intern genutzt, um Angebote zu verbessern; wesentliche Ergebnisse werden transparent kommuniziert.
- Beschwerden werden ernst genommen, zeitnah bearbeitet und fließen in die Qualitätsentwicklung ein.
VII. Digitale Verantwortung und Künstliche Intelligenz
Digitale Technologien verändern auch die Bildungslandschaft der Sozialen Arbeit. Wir setzen sie bewusst, kritisch und menschenrechtsbasiert ein.
7.1 Ethischer KI-Einsatz
- Künstliche Intelligenz wird nur dann in Lernprozessen eingesetzt, wenn sie nachweislich Mehrwert schafft.
- Jegliche fachliche Verantwortung verbleibt beim Menschen.
- Algorithmen, die Lernleistungen bewerten oder Lernwege steuern, werden regelmäßig auf Bias und Fairness überprüft.
- Wir unterstützen Fachkräfte dabei, einen kritisch-reflektierten Umgang mit digitalen und KI-gestützten Tools zu entwickeln.
7.2 Datensouveränität
- Teilnehmende behalten die Kontrolle über ihre Lerndaten; keine Weitergabe an Dritte ohne ausdrückliche Einwilligung.
- Wir verwenden datenschutzfreundliche Technologien und bevorzugen europäische Cloud-Lösungen.
VIII. Umsetzung, Kontrolle und Weiterentwicklung
8.1 Verantwortlichkeit
Die Geschäftsführung trägt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung dieses Kodex. Eine benannte Compliance-Ansprechperson koordiniert die operative Umsetzung und ist Anlaufstelle für Fragen und Meldungen.
8.2 Verbindlichkeit und Konsequenzen
- Alle Mitarbeitenden und beauftragten Dozierenden bestätigen zu Beginn der Zusammenarbeit die Kenntnisnahme dieses Kodex.
- Verstöße werden angemessen, verhältnismäßig und konsequent bearbeitet – von gemeinsamen Korrekturen über Ermahnungen bis zur Beendigung der Zusammenarbeit.
- Schwerwiegende Verstöße werden, soweit gesetzlich geboten, den zuständigen Behörden gemeldet.
8.3 Beschwerdekanal
- Es gilt: Wenn Verstöße bemerkt werden, sollte zunächst vertrauensvoll der Kontakt zu Plasa aufgenommen werden.
- Beschwerden und Hinweise können auf folgenden Wegen eingereicht werden: support@plasa.online (vertraulich)
8.4 Fortschreibung
- Dieser Kodex wird jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.
- Mitarbeitende werden in die Weiterentwicklung einbezogen.
- Änderungen werden transparent kommuniziert; wesentliche Überarbeitungen erfordern eine neue Bestätigung aller Beteiligten.
Dieser Kodex ist unser Versprechen – an die Menschen, unsere Gesellschaft und unsere Erde.